27. Juli 2021

Pick-by-Voice: Anwendungen, Funktionen und Alternativen

Das sprachgeführte Kommissionieren mit Pick-by-Voice ist eine der beliebtesten Varianten der beleglosen Kommissionierung. Wie arbeiten Kommissionierer mit Pick-by-Voice? Welche Vorteile bringt das System im Lager? Und vor welche Herausforderungen stellt die Kommissioniermethode Anwender in der Praxis? Diese Fragen beantworten wir in diesem Blog. Außerdem zeigen wir Ihnen, welche sinnvollen Alternativen es zum Einsatz von Pick-by-Voice gibt.

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So funktioniert Pick-by-Voice in der Logistik

Der Name verrät es bereits: Pick-by-Voice ist die Kommissionierung mit Stimme und Sprache. Die Pick-by-Voice-Anwendung kommuniziert direkt mit der übergeordneten Software (wie beispielsweise dem Lagerverwaltungssystem oder einem ERP-System wie SAP). Meist werden die Aufträge aus dem Lagerverwaltungssystem heraus per WLAN an die entsprechende Pick-by-Voice-Technik gesendet. Der Lagermitarbeiter erhält seine Anweisungen dann über ein Headset direkt auf sein Ohr. Die computergenerierte Stimme führt ihn durch das Lager direkt zum richtigen Artikel. In einem der nächsten Schritte sagt sie dem Kommissionierer, wie viel er von der jeweiligen Ware picken soll. Der Mitarbeiter im Lager reagiert ebenfalls mittels Sprache auf die Anweisung. Ist er am richtigen Regal und Lagerplatz angekommen, bestätigt er dem System dies, indem er die am Regal platzierte Prüfziffer nennt.

Vorteile von Pick-by-Voice

Im Vergleich zu vielen anderen Kommissioniermethoden bietet Pick-by-Voice einige wichtige Vorteile: Der Kommissionierer hat während des gesamten Pickvorgangs beide Hände frei. Dies führt körperlich zu einer hohen Ergonomie und ermöglicht gleichzeitig eine Konzentration auf die Kerntätigkeit der Kommissionierung. Das erhöht die Genauigkeit bei der Entnahme von Artikeln. Da es sich bei Pick-by-Voice um ein belegloses Kommissionierverfahren handelt, entfallen papiergeführte Picklisten komplett. Dadurch lässt sich die Pickqualität bereits nach kurzer Zeit deutlich steigern. Auch die Einarbeitungszeit für neue Mitarbeiter fällt in der Praxis kürzer aus als bei vielen anderen Kommissioniermethoden.

Anwendungen von Pick-by-Voice

Pick-by-Voice nutzen Kommissionierer beispielsweise zur Stückgutkommissionierung oder zur Kommissionierung von Behältern. Sowohl bei der Einlagerung im Wareneingang oder auch bei der Bearbeitung von Retouren ist Pick-by-Voice im Einsatz. Weitere Anwendungsbereiche sind die Produktion sowie die Qualitätskontrolle und -prüfung.

Nachteile von Pick-by-Voice

Unternehmen, die mit Pick-by-Voice kommissionieren, haben vielfach mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen. Die sprachgeführte Lösung funktioniert nur, wenn die Mitarbeiter über ihr Headset in ständiger Interaktion mit der Software sind. Der aus einem durchgehenden Sprechen und Hören bestehende Prozess führt dazu, dass die Ermüdung während einer Schicht vergleichsweise schnell einsetzt.

Die meisten Pick-by-Voice-Anbieter arbeiten mit Prüfziffern zur Verifizierung des Lagerortes und der richtigen Artikel beim Picking. Häufig lernen die Mitarbeiter im Lager diese Ziffern auswendig, sodass sich die gewissenhafte Verifizierung leicht umgehen lässt. Die Folge ist, dass Pick-by-Voice seine Genauigkeit verliert. Darunter leidet die Kommissionierqualität. Viele Unternehmen reagieren darauf und integrieren z.B. zusätzlich das Einsprechen der letzten Ziffern der Artikelnummer in den Prozess. Der Nachteil dabei: So wird die vorher durch den Pick-by-Voice-Prozess gewonnene Zeit direkt wieder eingebüßt.  

Alternativen zu Pick-by-Voice

Die Herausforderungen, die Pick-by-Voice aufwirft, lassen sich mit der Technologie nur schwer meistern. Mit Pick-by-Paper, Pick-by-Scan und Pick-by-Light gibt es in der Logistik zwar Alternativen, doch auch diese bringen spürbare Nachteile mit sich.

Pick-by-Paper

Gerade bei hohen Pickdichten zeigt diese Kommissioniermethode ihre Fehleranfälligkeit. Der Kommissionierer hat die Hände nicht frei, an mehreren Stellen gibt es Medienbrüche und die Klimabilanz ist schwach. Darüber hinaus müssen Korrekturen im System manuell vorgenommen werden.

Pick-by-Scan

Für Pick-by-Scan werden mobile Scanner benötigt, wie beispielsweise Handhelds. Diese schränken die Bewegungsfreiheit ein und die Kommissionierer haben nicht im gesamten Prozess beide Hände frei. Das kostet beim Kommissionieren der Artikel wertvolle Zeit.

Pick-by-Light

Die Integration von Pick-by-Light ist mit vergleichsweise hohen Investitionskosten verbunden. Auch der Wartungsaufwand ist höher als bei anderen Kommissioniermethoden. Zudem leidet die Flexibilität. Anpassungen an der Lagerstruktur sind zumeist mit weiteren Investitionen verbunden.

Pick-by-Vision als Voice-Alternative

Anwender, die sich in den Bereichen Ergonomie, Produktivität und Pickqualität verbessern wollen, sollten sich mit Pick-by-Vision beschäftigen. Diese Lösung vereint die Vorteile der anderen Kommissioniermethoden und führt die Mitarbeiter über eine Datenbrille visuell durch das Lager.

Die Erfinder von Pick-by-Vision haben sich zu Nutze gemacht, dass der Mensch 80 % aller Informationen über seine Augen aufnimmt. Alle für den Kommissioniervorgang wichtigen Informationen werden auf dem Display der dazu eingesetzten Smart Glass angezeigt. Es handelt sich dabei um einen Assisted-Reality-geführten Ablauf: Die Lagerumgebung und die Projektion auf dem Bildschirm werden gleichzeitig wahrgenommen. Genau wie bei Pick-by-Voice hat der Nutzer auch bei dieser Technologie beide Hände für seine Kerntätigkeit frei. Neben der hohen Ergonomie gibt es noch weitere entscheidende Vorteile: In die Datenbrillen sind beispielsweise Mikrofone integriert. Diese ermöglichen zusätzlich eine sprachgeführte Steuerung von einigen wenigen, komplexen Prozessen im Arbeitsalltag. Damit lassen sich unter anderem Mengenkorrekturen oder ähnliche Eingaben in höchster Geschwindigkeit umsetzen. Die so ausgeführten Befehle können die Mitarbeiter im Lager jederzeit auf dem Display der Datenbrille verifizieren.

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